Wie wird getestet ?

Die erste Bestandsaufnahme der Qualität der einzelnen Sehfunktionen und deren Zusammenspiel ist das Sportsvision Screening.
 
In ca. 45 min. werden in einem Parcours an 10 verschiedenen Stationen Messungen gemacht. Das Screening gibt auch Informationen über die Augen-Körperkoordination.
 
Die Resultate des Screenings werden nach der Auswertung mit dem Sportler und seinem Trainer besprochen. Die verschiedenen Möglichkeiten, wie Kontaktlinsen, Sportbrillen und Visualtraining, die sich alle gegenseitig nicht ausschließen, werden dabei aufgezeigt.

Vor dem eigentlichen Visualtraining erfolgt ein detaillierter ca. zweistündiger Sehtest in der Praxis des Sportoptometristen. Dieser besteht aus den Funktionstesten (Hirschberg, Cover und Motilitätstest), der 21 Punktemessung nach OEP (Optometric Extension Program), cheiroskopischen Tests und dem Van Orden Stern Test mit dem mac-o-scope .

Wie wird trainiert ?

Nach der Auswertung dieser Messungen erfolgt die individuelle Ausarbeitung des weiteren Verlaufs des Trainings. Das 4-Kreis-Modell von Dr. A. M. Skeffington und "The Pyramid Level Concept" von Stefan Collier F.O. und Sonja Vanhimbeeck F.O. geben dafür die Struktur.

Drei Trainingsorte sind vorgesehen:

  1. Praxis-Training in der Praxis des Sportoptometristen

  2. Heim-Training zuhause ca. 15-20 min pro Tag

  3. Court-Training am Trainingsort des Sportlers

 

Ein Sports Vision Training sollte - wenn möglich - in eine wettkampffreie Zeit gelegt werden, damit die Athleten Zeit haben, sich mit Veränderungen von gewohnten Bewegungsmustern vertraut zu machen. Kurz vor Wettkämpfen soll die Aufdeckung von allfälligen Defiziten keine Verunsicherung auslösen. Der Zeitpunkt des Visualtrainings muss mit Trainern und Ärzten abgesprochen werden. Eine Trainingseinheit dauert in der Regel etwa ein halbes Jahr und umfasst 10 Sitzungen in der Praxis. Falls der Sportler nach sechs Monaten diese Übungen selbstständig weiterführen kann, reicht eine jährliche Kontrolle, andernfalls kann er durch eine Fortsetzung des Visualtrainings weiterhin begleitet werden. Kontrollen sollten jedes Jahr und auch nach Unfällen durchgeführt werden, denn eine einseitige Belastung des Körpers kann einen negativen Einfluss auf das visuelle System haben.Es ist sehr wichtig, dass der Funktional-Optometrist mit einem multidisziplinären Team zusammenarbeitet, um möglichst viel Unterstützung von Athleten, Trainern und Therapeuten zu erhalten. Er muss über das Naturell und die Regeln der verschiedenen Sportarten Bescheid wissen und sich selbst auf Sportplätzen, Skipisten und an vielen Wettkämpfen ein Bild machen. Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass das Sport Vision Training eine sinnvolle, ja nötige Ergänzung zur Kontaktlinsen- und Brillenkorrektion darstellt.

Wenn das Sehen als ein Zusammenwirken verschiedener Teilfunktionen verstanden wird, kann durch das bewusste Training dieses Zusammenwirkens eine Leistungssteigerung des Sportlers im visuellen Bereich und somit der gesamten sportlichen Leistung erzielt werden.