Prismenbrille oder Visualtraining?
Es gibt verschiedene Messmethoden und verschiedene Lehrmeinungen zum Thema Binokularsehen (Sehen mit beiden Augen), sowohl zwischen Ophtalmologen (Augenärtze) und Optometristen (Augenoptiker), als auch Optometristen untereinander. Je nachdem welche Ausbildung und Schule sie besucht haben, wird man geprägt.
Ich habe von 1977 bis 1980 die Berliner Schule (SFOF), heute Beuth Hochschule Augenoptik/Optometrie, Berlin, besucht und Herrn Hans-Joachim Haase (Erfinder der MKH-Methode) persönlich als Dozent genossen. Hier habe ich viel über das binokluare Sehen und deren Korrektion gelernt. Diese wichtige Station war lange prägend in meiner beruflichen, optometrischen Welt.
Im Jahre 1998 habe ich dann die Welt der Funktionaloptometrie durch Stefan Collier kennen und schätzen gelernt. Sie eröffnete mir viele neue Perspektiven, um die Problematik des binokulare Sehens besser zu begreifen.
Ich wende beide Methoden in meiner Praxis an, da man unterscheiden muss ob man einen Klienten mit strukturellen Problemen vor sich hat oder ob diese Probleme mit funktionellen Methoden angehen und verbessern kann. Somit unterscheide ich immer ob eine Prismenbrille oder ob ein optometrisches Visualtraining die beste Möglichkeit ist, dem Klienten zu helfen.
In einigen Fällen kann man zuerst eine prismatische Korrektion vorziehen, damit man dem Klienten eine möglichst schnelle Hilfe in die Hand geben kann, um dann ein Visualtraining die Flexibilität des Sehens aufbauen und verbessern kann.
Somit ist jeder Fall eine Indivuduelle und muss auch so behandelt werden!

